Die Drachen der Kanaren

Juni 5, 2008

In der griechischen Mythologie ist Ladon ein riesiger, hundertköpfiger Drache, der den Garten der Hesperiden bewachte, eine paradiesische Inselgruppe, die die Autoren des Altertums auf den Kanaren vermuteten. Als Ladon, den die alten Griechen im Teide „erkannten“, durch die Hände des Atlas starb, rann sein Blut über die Erde und ließ auf den Kanaren endemische Bäume in Gestalt von Drachen keimen, die heute eines der Wahrzeichen der Insel sind.
 
Der tiefrote Saft des Drachenbaums und die gedrehte Form seiner Zweige, die einem Knäuel von Köpfen auf einem dicken Stamm ähneln, haben die klassischen Autoren in jedem Drachenbaum einen direkten Abkömmling Ladons sehen lassen. Die Drachenbäume, die mehrere hundert Jahre alt werden können, wurden von den Ureinwohnern Teneriffas, den Guanchen, verehrt. Das berühmteste und älteste Exemplar dieser Pflanzenart ist der als „Drachenbaum von Icod de los Vinos“  im Norden Teneriffas bekannte Baum, der zu einem touristischen Anziehungspunkt geworden ist.

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Santa Cruz de Tenerife

Mai 28, 2008

Die Hauptstadt der Insel, auch „Leuchtende Stadt“ genannt, ist eine liebenswerte und lebendige Stadt. Auf den ersten Blick fallen die schönen Parkanlagen und die quirligen Straßen auf. Diese geschäftige Stadt mit ihrem Verschiffungshafen, der grösste Spaniens und der tiefste der Welt, liegt an der Nordostküste der Insel. Der grosse Hafen beherbergt viele Container- und Kreuzfahrtschiffe sowie Tragflächenboote und Fähren für den Transport zwischen den Inseln. In Hafennähe befindet sich auch das eigentliche Zentrum: die „Plaza de España“ mit dem „Cabildo Insular“, Sitz der Museen für Archäologie und Anthropologie, und die „Plaza de la Candelaria“ mit dem beeindruckenden Carta-Palast aus dem 17. Jahrhundert. Wer noch mehr Kultur möchte, kann sich die Barock-Kirche „Iglesia de la Concepción“, das Museum für Malerei und Skulptur sowie das Schloss „Castillo de Paso Alto“, von dem aus man einen herrlichen Ausblick auf die Küste hat, ansehen.

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La Laguna

Mai 28, 2008

La Laguna ist die kulturelle und religiöse Hauptstadt und liegt etwas landeinwärts von Santa Cruz im Tal Aguere – inmitten einer herrlichen Landschaft. Wer durch die Strassen der Stadt streift, sieht prächtige Architekturdenkmäler, Paläste und traditionelle Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Unter den religiösen Gebäuden sind als die herausragendsten die Kathedrale, die Kirche „Santo Domingo“ und die Kirche der „Nuestra Señora de la Concepción“ zu nennen. Wer sich für Geschichte und Kunst interessiert, sollte auf jeden Fall das Museum „Casa Ossuna“, im Wirtschaftsmuseum der Landesfreunde, die Museen der Kirche „Concepción“ und der Kathedrale besuchen.

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Kunstmuseum Santa Cruz de Tenerife

Mai 28, 2008

Ausstellungsobjekte des Museums sind auf vierzehn Säle verteilt und zeigen vor allem Malereien, wie auch Kunstwerke der Bildhauerei und der niederen Künste ausgestellt werden. Das Museum verfügt unter anderem über eigene Bestände und auch über ständige Leihgaben aus dem Museum El Prado in Madrid aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert.

Kunstmuseum Santa Cruz de Tenerife
C/ José Murphy, 12 (Plaza del Príncipe)
Santa Cruz de Tenerife
Tel.: 922 244 358 – Fax: 922 274 417

Öffnungszeiten:
Dienstags bis freitags von 10 bis 20 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 14 Uhr.
Montags geschlossen.

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Kunstmuseum Garachico

Mai 28, 2008

Naturwissenschaftliches Museum, mit einer bedeutenden Sammlung von Meeresfauna, sowie das Museum für Lokalgeschichte, mit einer Sammlung von Gravierungen aus dem Garachico des 17. und 18. Jahrhunderts.

Kunstmuseum Garachico
Plaza de Santa Domingo
Garachico
Tel.: 922 830 000

Öffnungszeiten:
Montags bis samstags von 10 bis 13 Uhr & 15 bis 18 Uhr
Sonntags von 10 bis 13 Uhr

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Die Pyramiden von Güimar

Mai 28, 2008

Die Pyramiden stehen in der Stadt Güimar, dem landwirtschaftliche Zentrum des Südens und nur 20 Autominuten vom Flughafen entfernt. Es liegt genau zwischen der Touristenhochburg Playa de las Americas und der Hauptstadt Santa Cruz. Die Pyramiden findet man etwa 1 km nordwestlich von der Kirche entfernt in der Mitte Güimars im Stadtteil Chacona. Hier hat Thor Heyerdahl mit finanzieller Unterstützung des norwegischen Reeder Fred Olsen ab 1992 einen Park um die Pyramiden und ein Museum geschaffen, dass sich seiner Theorie über den Kulturaustausch der Völker auf dem Seeweg vor vielen Jahrtausenden widmet. Heyerdahl wurde berühmt durch seine Atlantik- und Pazifiküberquerungen mit altertümlichen Schiffstypen, vielen kennen seine Bücher und Filme über das ägyptische Papyrusboot Ra oder das peruanische Balsaholzfloß Kon-Tiki. Inspiriert wurde seine wissenschaftliche Arbeit durch die ärchäologischen Funde von Darstellungen seefahrender bärtiger Männer auf allen Kontinenten und Hochkulturen der Erde.

Anfang 1990 verbrachte Thor Heyerdahl seinen Urlaub auf Teneriffa, nachdem er im Norden Perus mit einem internationalen Team Lehmziegelpyramiden ausgegraben hatte die noch vor der Kultur der Inkas errichtet wurden. Einheimische machten ihn auf die Geröllhaufen in Güimar aufmerksam und Heyerdahl erkannte sofort ihr archäologisches Potenzial, den das war genau das gesuchte “missing link” seines Lebenswerkes. Er fand eindeutig Pyramiden – Stufenpyramiden wie wir sie aus Mittelamerika, aber auch aus Nordafrika, Europa und Asien kennen. Von Archäologen der Universität von La Laguna/Teneriffa durchgeführte Vermessungen und Probeausgrabungen bestätigten Heyerdahls Überzeugungen.

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Insulae Canariae

Mai 28, 2008

Zwar waren die Kanarischen Inseln schon im Altertum bekannt. Ein marokkanischer König hatte um die Zeit von Christi Geburt auf Gran Canaria große wilde Hunde entdeckt. Darum sprachen die Römer von den Hundeinseln, den „Insulae Canariae“. So kamen Gran Canaria und der ganze Archipel zu ihren Namen.

Teneriffa wurde von den Ureinwohnern der Inseln getauft, von den Guanchen. Die nannten die Insel „Chenerfe“, was in der Guanchensprache soviel wie „weißer Berg“ bedeutete. Gemeint war der oft beschneite Pico de Teide.

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Die Entstehung Teneriffas

Mai 28, 2008

Während die vulkanische Entwicklung der östlichen Inseln bereits vor über 20 Millionen Jahren begann, hoben sich die ältesten Gebirgsstöcke Teneriffas erst erheblich später (vor 8 bis 12 Millionen Jahren) in mehreren Schüben aus dem Atlantik. Bis vor 3 Mio. Jahren existierten vermutlich mit dem Anagagebirge, dem Tenomassiv und den Bergen bei Adeje und Valle San Lorenzo drei Inseln. Sie wurden in einem gewaltigen vulkanischen Prozess, bei dem sich das mächtige Rückgrat der Insel, die Cumbre Dorsal, und der riesige, zentrale Urvulkan gebildet haben, zum heutigen Teneriffa verschmolzen. Vermutlich hat dieser Urvulkan seine Kuppel nicht abgesprengt, sondern ist partiell wieder in sich zusammen gesunken und hat so einen der grössten Einsturzkrater der Welt, die Cañadas, zurückgelassen. Der ovale Krater misst an seiner Längsachse 17km. Vor 500.000 Jahren setzte die bislang letzte Phase des Vulkanismus auf Teneriffa ein. Zunächst warf sich der Pico Viejo auf und später der höhere Pico del Teide. Letzerer hat sich noch einen schwefeligen Zuckerhut aufgesetzt. Der letzte Vulkanausbruch auf Teneriffa fand 1909 oberhalb von Santiago del Teide statt.

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Teneriffa – Geschichte

Mai 28, 2008

* 1100 – 800 v. Chr. – Vermutlich erste Besuche der Phönizier auf den Teneriffa bzw. den Kanaren.
* 1341 – Wiederentdeckung der Inseln durch portugiesische Seefahrer.
* 1494 – Spanier landen am Strand von Anaza, dem heutigen Santa Cruz; Friedensverhandlungen mit den Guanchen scheitern.
* 1495 – Sieg der Spanier über die Guanchen bei La Victoria; Teneriffa wird als letzte Kanareninsel spanisch.
* 16. Jahrhundert – Kolonisierung Teneriffas und Christianisierung der Guanchen; Zuckerrohranbau und -verarbeitung.
* 17. Jahrhundert – Anpflanzung von Weinreben, nachdem der Zuckerrohranbau wohl unrentabel wurde.
* 1704, 1705, 1706 – Folgenschwere Vulkanausbrüche
* 1715 – Der Weinabsatz gerät ins Stocken, was wohl viele Bewohner Teneriffas zur Auswanderung nach Lateinamerika veranlasste.
* 1744 – La Laguna erhält die erste kanarische Universität.
* 1797 – Bei einem Flottenangriff auf Santa Cruz verliert Admiral Nelson den rechten Arm.
* 1852 – Teilung der Kanaren in die beiden Provinzen Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria.
* ab 1870 – Mit dem Siegeszug der Anilinfarben kommt Teneriffas Koschenillegewinnung zum Erliegen, was abermals Tausende zur Auswanderung treibt.
* 1888 – Erste Bananenpflanzungen.
* 1927 – Die Kanaren werden in eine östliche und westliche Provinz aufgeteilt.
* 18.Juli 1936 – General Francisco Franco, Militärkommandeur der Kanaren, fliegt von Santa Cruz nach Spanisch-Marokko – der Spanische Bürgerkrieg beginnt.
* Ab 1960 – Der Tourismus wird langsam zum wichtigsten Wirtschaftszweig.
* 1982 – Die Kanaren werden eine autonome Region innerhalb Spaniens.
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Geheimnisvolle Guanchen

Mai 28, 2008

Die Einheimischen Teneriffas waren bekannt dafür, die Tapfersten und Gefürchtetsten der Kanarier zu sein.

Sie waren Höhlenmenschen und balsamierten ihre Verstorbenen in Höhlen, wo sie für ihre ewige Ruhe beteten. Von den Überresten der Mumien können wir die nordwest-afrikanische Herkunft ableiten. Ausserdem machte die gesprochene und geschriebene Sprache die Eroberung durch die Spanier schwierig.

Vor einigen Jahren wurde ein Stein gefunden, auf dem die Symbole ‘Z(a)N(a)T(a)’ eingraviert waren. Diese stehen wahrscheinlich in Verbindung mit den Berbern, eine definitive Erklärung gab es jedoch leider nicht bis jetzt.

Ausserdem gibt es nur Theorien und Spekulationen, wie die Guanches zum ersten Mal auf den Inseln angekommen sind. Europäischen Berichten zufolge hatten die Einheimischen keine Ahnung von Seefahrt. Es ist auch sehr seltsam, dass es noch nicht einmal Verbindungen zwischen den sehr nahen Inseln La Gomera und Teneriffa gab.

Ein anderes Mysterium ist, warum die Guanches sich nicht in irgendeiner Weise weiterentwickelt haben, trotz der vielen Besuche der Römer und anderer Völker.

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